|  |
Das aktuelle Stichwort: ERP-Integration


Vor allem große Unternehmen haben in den letzten 40 Jahren komplexe und heterogene IT-Infrastrukturen aufgebaut. Dazu gehören ERP-Systeme, Lösungen aus dem ECM-Bereich, CRM- und Groupware-Lösungen sowie viele kleinere Anwendungen wie Office- und Grafikprogramme. Bei diesen komplexen Infrastrukturen ist das Thema Integration vor allem im Hinblick auf Interoperabilität unumgänglich.
Integrationsbegriff
Allgemein bezeichnet der Begriff "Integration" die Herstellung oder Wiederherstellung eines Ganzen durch Vereinigen oder Verbinden logisch zusammengehöriger Teile [1]. In der Wirtschaftsinformatik bezieht sich der Begriff Integration überwiegend auf die IT-Infrastruktur in und um Unternehmen. Dazu gehören Daten-, Funktions-, Prozess- und Anwendungsintegrationen.
ERP-Integration
Die Integration verschiedener Funktionen, Aufgaben und Daten ist zentraler Bestandteil von ERP-Systemen. Grundsätzlich lassen sich ERP-Systeme in unterschiedliche Funktionsbereiche (z.B.
Rechnungswesen, Produktion, Vertrieb) gliedern. Oft entsprechen diese Funktionsbereiche einzelnen Unternehmensbereichen. Aufgabe von ERP-Systemen ist es, die benötigten Funktionen in den Geschäftsprozessen des anwendenden Unternehmens integriert zur Verfügung zu stellen. Hierbei sind verschiedene Formen der Integration möglich.
Integrationsformen
Es können folgende Integrationsformen nach entsprechenden Differenzierungsmerkmalen unterschieden werden:
- Gegenstand (Benutzungsschnittstellen, Funktionen, Daten),
- Reichweite (unternehmensintern, unternehmensübergreifend),
- Richtung(horizontal, vertikal) und
- Umfang (vollständig, partiell) [2].
Als Gegenstand der Integration können Daten, Funktionen, Prozesse, Programme und Methoden fungieren. Die Datenintegration stellt im Allgemeinen eine logische Zusammenführung von Datenbeständen dar. In der Funktionsintegration werden Aufgaben in einem gemeinsamen Informationssystem durchgeführt und aufeinander abgestimmt, so dass die Ergebnisse einer Aufgabe von der folgenden Aufgabe weiter verarbeitet werden können. Bei der Prozessintegration werden mehrere dieser Aufgaben zu einem Prozess zusammengeführt [3].
Die Reichweite der Integration beschreibt, in welchem abgegrenzten organisatorischen
Bereich oder Prozess integriert wird [3]. Die Reichweite kann sich auf das gesamte Unternehmen
beziehen oder auch über die Unternehmensgrenzen hinweg verlaufen. Dies ist bspw. beim E-Business oder Supply Chain Management der Fall.
Bei der Richtung der Integration sind horizontale und vertikale Integrationsmöglichkeiten
vorgesehen. Eine horizontale Integration kann entlang abteilungs- bzw. funktionsübergreifender
Abläufe stattfinden. Eine vertikale Integration hingegen findet statt, wenn neben der Datenhaltung und Administration auch analytische Aufgaben wahrgenommen werden [3].
Der Umfang der Integration zeigt die Tiefe des Integrationsgrades. Anhand des Integrationsgrades kann gemessen werden, wie viele betriebliche Funktionen in einem ERP-System vereinigt sind. Typische Ausprägungen des Integrationsumfanges umfassen so genannte Integrationsinseln in den Bereichen Finanz- und Rechnungswesen, Produktion und Logistik sowie Personalwesen.
Das Thema Integration wird im ERP-Bereich an Bedeutung nicht verlieren. Einerseits lässt sich der Trend erkennen, dass ERP-Systeme immer mehr Funktionsbereiche in ihrem Standard abdecken werden. Andererseits bietet auch die zunehmende Serviceorientierung bei ERP-Systemen neue Möglichkeiten der Integration.
Literatur
[1] Heinrich, L.; Roithmayr, F.: Wirtschaftinformatik- Lexikon. 6. Aufl., München 1998.
[2] Mertens, P.: Integrierte Informationsverarbeitung I - Operative Systeme in der Industrie, Gabler-Verlag, 2004.
[3] Gronau, N.: Enterprise Resource Planning und Supply Chain Management: Architektur und Funktionen. Oldenbourg, 2004.
Ein kostenloses und unverbindliches Probeexemplar der Zeitschrift ERP Management können Sie hier anfordern.01/2010, Sandy Eggert


|  | Sandy Eggert ist Mitarbeiterin am Center for Enterprise Research (CER) der Universität Potsdam und setzt sie sich unter anderem mit der Wandlungsfähigkeit von unternehmensweiten Anwendungssystemen auseinander.
Mehr Informationen zu ERP Management
|

Kommentare zu diesem Beitrag 
|  |  |

Weitere Beiträge zu diesem Thema
|  |  |
 |  |  | Immer mehr Unternehmen erkennen, wie wichtig die Schärfung des eigenen Profils im Wettbewerb ist, um schon von weitem als interessant und begehrenswert wahrgenommen zu werden... |  |  |  | Gerade jetzt, in Zeiten einer nach wie vor angespannten Wirtschaftslage, müssen Unternehmen Wandlungsfähigkeit beweisen. Immer nachdrücklicher verlangt das Management vieler Firmen mehr Flexibilität, Kosteneffizienz und Produktivität... |  |  |  | Sinkende Auftragszahlen, harter Preiswettbewerb, weniger Umsatz. Die Krise ist schonungslos. Wer nicht in diese Abwärtsspirale geraten, sondern aus eigener Kraft die Zukunft gestalten will, für den ist Zooming ein perfektes Instrument... |  |  |  | Mehr und mehr Unternehmen wollen sich nicht mehr durch aufwendige Zahlungsprozesse hemmen lassen. Sie übergeben diese Aufgabe einem verlässlichen Dienstleister, der das Verfahren weitgehend automatisiert... |  |  |  | SoftConDev Software Consulting & Development Ltd. entwickelt Individuallösungen für Provisionsabrechnungen auf Grundlage der Basismodule der FABIS Vertriebsserie von FABIS... |  |
Beiträge aus anderen Themenbereichen
|  |  |
 |  |  | Im Zuge der Ausgliederung aus dem MAN-Konzern suchte die manroland AG ein CMS und einen erfahrenen Dienstleister für die Umsetzung ihrer neuen, internationalen Webpräsenz. edicos überzeugte mit tiefgehender CMS-Expertise... |  |  |  | Aufgrund hoher Nettorenditen sind exzellente After-Sales-Services für den Maschinen- und Anlagenbau ein strategischer Erfolgsfaktor im globalen Wettbewerb... |  |  |  | PDF/A ist ein ISO-standardisiertes Format für die Langzeitarchivierung von PDF-Dokumenten. Es sorgt nicht nur für die langfristige Lesbarkeit von Dokumenten, sondern ist der Schlüssel für viele Herausforderungen... |  |
|  | |  |