Software as a Service – Outsourcing von ERP-Prozessen

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Das Outsourcing von ERP-Prozessen und der Einsatz von Software nach dem On Demand-Prinzip sind aktuelle Themen. Marktexperten übertreffen sich in positiven Prognosen für Software as a Service und Anwender versprechen sich höhere funktionale aber auch finanzielle Flexibilität, effizientere Prozesse, höhere Sicherheit und vieles mehr. Doch was kann das Outsourcing und was können On Demand-Lösungen wirklich leisten?

Dank der qualitativen und quantitativen Entwicklung des Internets besteht heute für fast jedes Unternehmen Zugang zu jeder gewünschten Bandbreite zu wirtschaftlich sinnvollen Konditionen. Das gleiche gilt für Rechenleistung und Datenspeicherkapazitäten. Somit sind, übrigens ganz im Gegensatz zur Phase der ASP-Lösungen am Ende des vergangenen Jahrzehnts, heute die technischen Voraussetzungen gegeben, Software und Rechnerkapazitäten als Serviceleistungen via Internet für die professionelle Anwendung zu höchst attraktiven Konditionen zu nutzen.

So ist es auch zu erklären, dass beinahe alle renommierten Branchenanalyseinstitute dem Outsourcing von Hardware und Business-Software und der Nutzung dieser Güter und Dienstleistungen On Demand eine viel versprechende Zukunft mit durchweg mehr als signifikanten jährlichen Wachstumsraten von um die 50 Prozent über die kommenden Jahre prognostizieren. Für den europäischen und deutschen Markt wird hin und wieder die Einschränkung gemacht, dass der Markt insbesondere angebotsseitig noch nicht genügend entwickelt sei, um das gesamte Potenzial auf Anwenderseite voll auszuschöpfen. Ein genauer Blick auf die Anbieterseite zeigt jedoch, dass auch heute durchaus bereits technisch voll ausgereifte ERP-Systeme als Software as a Service (SaaS), also als Outsourcinglösung, zu haben sind.

Das Beispiel von salesforce.com und die damit verbundene Erfolgsgeschichte auf dem amerikanischen Markt macht es mehr als wahrscheinlich, dass der dort bereits weitgehend vollzogene Wandel hin zum Outsourcing und zum On Demand-Prinzip mit der üblichen Verzögerung – dafür aber um so verlässlicher – auch den europäischen und den deutschen Markt erreichen wird.


Serviceorientierung

Abb. 1: Kosten für das Software-Lizenzmodel
Eine eigene IT-Infrastruktur sowie inhouse installierte und gehostete ERP-Software absorbiert in jedem Unternehmen zeitliche, personelle und finanzielle Ressourcen. Hinzu kommt, dass die Beschäftigung mit diesen mehr oder weniger komplexen IT-Anwendungen in den meisten Fällen mit dem Kerngeschäft des jeweiligen Unternehmens sowie dessen Kernkompetenzen wenig oder gar nichts gemeinsam hat.

Daher werden Unternehmen, die ihre Ressourcen zu einem möglichst hohen Prozentsatz auf ihre Kernkompetenzen und ihr Kerngeschäft konzentrieren wollen, künftig keine installierte Software mehr benötigen und schließlich auf eine eigene IT-Infrastruktur verzichten. Denn, was Unternehmen heute wirklich brauchen, sind zum Beispiel bessere Kundenbeziehungen, optimierte Kommunikationsstrukturen, schlankere Produktionsabläufe oder ähnliche, betriebswirtschaftlich messbare Ergebnisse.

Die zur Erreichung solcher definierter Ziele nach wie vor erforderlichen Werkzeuge wie eine leistungsstarke Business-Software oder die dazu gehörige Hardware wird aus dem Unternehmen ausgelagert und in die Hände von Unternehmen gelegt, deren Kernkompetenz eben genau auf diesem Gebiet liegt. IT funktioniert dann am besten, wenn diese im Unternehmen kaum wahrgenommen wird.

Mit einer über das Internet gemieteten Software als Service und einem Hosting auf einem ausgelagerten Server wird gerade in kleinen und mittleren Unternehmen vieles einfacher. Statt Zeit, Anschaffungsund Personalkosten in eine Inhouse-IT-Infrastruktur zu investieren, können sich Unternehmen, die auf Outsourcing ihrer ERP-Software setzen, sich stärker auf ihr eigentliches Geschäft und ihre Kunden konzentrieren und somit einen Wettbewerbsvorteil erlangen.

Flexibilität durch ERP-Outsourcing

Das Outsourcing der ERP-Software mit der dazugehörigen Hardware befreit Unternehmen jedoch nicht nur vom beschriebenen Aufwand, sondern bringt dem Anwender auch erhebliche zusätzliche Flexibilität.

Bereits der Name On Demand bringt zum Ausdruck, dass ganz individuell der jeweiligen Anforderung entsprechend Services maßgeschneidert angemietet werden können. Der Wegfall von aufwändigen Installationen beim Anwender bedeutet zusätzlich, dass Erweiterungen der Kapazitäten oder auch Funktionen der jeweils im Einsatz befindlichen Software jederzeit vergleichsweise problemlos und zeitnah umgesetzt und dem Anwender zur Verfügung gestellt werden können.

Auf diese Weise erhalten Anwender von ERP-Software, die auf Outsourcing und Software as a Service setzen, eine signifikant erhöhte Flexibilität.


Finanzielle Aspekte

Abb. 2: Kosten für Software as a Service
Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen aber auch ganz speziell für Start-ups, die nicht über die ausgeprägten Kapitaldecken großer Mittelständler und Konzerne verfügen, halten das Outsourcing der ERP-Prozesse sowie der Einsatz von Mietsoftware über das Internet einige interessante betriebswirtschaftlich finanzielle Anreize bereit.

Durch den vollständigen Wegfall einer eigenen IT-Infrastruktur – jeder Anwender benötigt lediglich einen Internetzugang und ein entsprechendes Endgerät – entfallen beim On Demand-Modell jegliche Investitionen in kostenintensive Hardware und deren teils aufwändige Installation inhouse. Gleiches gilt für die laufenden Kosten für deren Wartung, Pflege und eventuelle Erneuerung am Ende des Lebenszyklus.

Durch Mietmodelle für ERP-Software verfügt der Anwender über einen dauerhaft verlässlichen Wert für seine Softwareausgaben.


Sicherheit

Ein kritisches Argument, wenn es um das Outsourcing von Software, Hardware und dem ausgelagerten Hosting von Daten geht, ist die Sorge um die Sicherheit dieser Daten. Angesichts der teilweise hohen Sensibilität von Daten scheint diese Sorge verständlich zu sein.

Selbstverständlich sollte jeder Anwender sehr genau darauf achten, wem er das Hosting seiner Daten anvertraut. Bei einem seriösen Partner, ist die Datensicherheit in den hochverfügbaren und extrem sicheren Rechenzentren von Hostingprofis oft deutlich höher als beim hauseigenen Server.


Trends in der Zukunft

Sicher ist das Outsourcing von ERP-Prozessen nicht das geeignete Modell für jedes Unternehmen aus jeder Branche in jeder Größenordnung. Outsourcing und die Umstellung auf On Demand-Modelle mit Software as a Service wird allerdings in der Breite und insbesondere im Bereich der kleinen und mittelständischen Unternehmen ein Trend der Zukunft sein. Überzeugende Lösungen von Seiten innovativer Anbieter sind heute bereits vorhanden und in den kommenden Jahren wird sich die Angebotspalette sicher weiter verbreitern.

12/2007, Frank Türling





Frank Türling ist Gründer und Geschäftsführer der myfactory Software GmbH.

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