Prozessmanagement in Marketing, Einkauf, Vertrieb und Management

Autor: Matthias Steinforth
Eingetragen seit: 07/2006
Letzter Beitrag: 03/2009
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Jeden Tag durchlaufen wir unterschiedliche Prozesse: Von einfachsten Arbeiten wie E-Mails empfangen über anspruchsvolle Aufgaben, zum Beispiel Angebote schreiben bis hin zu komplexen Abläufen wie der Auswahl und Einstellung neuer Mitarbeiter.

All diese Prozesse sind mehr oder weniger standardisiert. Über die Jahre haben sie sich durch den Einsatz von Computern und Softwarelösungen vereinfacht. Frei nach dem Motto "Wenn es doch funktioniert, warum sollte man es ändern" wird der Status Quo als optimal gesehen und nicht hinterfragt. Dank der Unterstützung durch den PC hat sich ja bereits vieles vereinfacht…

Aus diesem Grund versteckt sich hier ein enormes Potential für Verbesserungen und Einsparungen: Durch die Optimierung und Unterstützung von Arbeitsabläufen können Qualität gesteigert und die Arbeitsergebnisse verbessert werden.


Vom Flipchart zum Prozess

Doch wie geht man vor, wenn man die Potentiale bestehender Prozesse erschließen will. Der erste Schritt ist eine sinnvolle Planung und Visualisierung. Auf Papier oder dem Bildschirm muss der Prozess dargestellt werden können. Auf diesem Wege können die Prozessteilnehmer, deren Arbeitsschritte und bereits eingesetzt Systeme sowie entsprechende Informationen erfasst werden. Ist ein Überblick geschaffen, so kann der Prozess über eine entsprechende Software geplant werden.

Der Markt der Tools zur Prozess-Planung ist ebenso groß wie unübersichtlich. Zu den bekanntesten Systemen zählen neben Visio von Microsoft, die Softwarelösung ARIS von IDS Scheer. Doch auch zahlreiche E-Business-Systeme wie beispielsweise Content-Management-Lösungen verfügen mittlerweile über Module zur grafischen Planung der Arbeits(teil)prozesse.


Dabei sein ist alles

Für die Optimierung von Prozessen ist es unabdingbar die Teilnehmer und entstehenden Informationen zu kennen. Durch den Einsatz unterschiedlicher Software-Systeme innerhalb eines Arbeitsablaufs, entstehen Daten an an mehreren Stellen und müssen in verschiedenen Systemen verarbeitet werden.

So sind im Prozess der Erstellung und Veröffentlichung einer Pressemitteilung beispielsweise eine Mitarbeiterin der Öffentlichkeitsabteilung, ein Übersetzer, ein Geschäftsführer und die Projektleiterin (des entsprechenden Projektes über das berichtet wird) involviert. Neben einer Textverarbeitungssoftware, werden E-Mail-Programme, ein Content-Management-System sowie eine Lösung zum Versand der Pressemitteilung als Newsletter genutzt.

All diese Personen und Informationen müssen im Prozess abgestimmt und untereinander vernetzt werden. Hat der Übersetzer einen Tippfehler korrigiert, so muss dieser auch in der Newsletter-Version der Pressemitteilung geändert werden.


Kontrolle ist gut

Sind Prozesse einmal auf Papier oder in digitaler Form definiert worden, so bedarf es einer Plattform für die Steuerung und Ausführung des entsprechenden Prozesses. Die unterschiedlichen Prozessschritte müssen dargestellt, Informationen eingelesen und ausgegeben sowie Teilnehmer informiert und erinnert werden.

Ideal für die Ausführung und Steuerung entsprechender Prozesse sind internet-basierte Lösungen. Diese ermöglichen den unter Umständen lokal verteilten Prozessteilnehmern einen einfachen Zugriff auf Informationen und Funktionen. Über diese so genannten Portale können Aufgaben an die verantwortlichen Personen delegiert, Mitteilungen versendet oder Todo-Listen dargestellt werden.

Auch die Integration von Informationsquellen und Datenbeständen ist über ein Portal im Extranet oder Intranet möglich. Dank standardisierter Schnittstellen können Informationen ausgelesen, erstellt und geändert werden. Funktionen wie beispielsweise das Anlegen eines neuen Dokumentes im Content-Management-System oder die Suche nach Kundendaten in einer CRM-Lösung können auf Basis von WebServices abgebildet werden. Diese Hilfsprogramme ermöglichen die Kommunikation mit bestehenden Software-Systemen und den Austausch entsprechender Daten.


Auswertung ist besser

Um das Potential eines Prozesses auszuschöpfen, muss dieser zudem im laufenden Betrieb beobachtet und analysiert werden können. Die verantwortlichen Personen müssen stets einen Überblick haben, wo Abläufe hängen bleiben, wie lange sie dauern und was die Schwachstellen sind. Auch Wochen oder Monate später muss aus Analyse- und Revisionsgründen nachvollzogen werden können, warum welcher Prozess wie abgelaufen ist.

Hierfür sind Funktionen zur Protokollierung und Auswertung unerlässlich. Über Statistiken muss beispielsweise abgefragt werden können, wie lange der Prozess durchschnittlich dauert und wie sich diese Zeit auf die einzelnen Prozessteilnehmer verteilt.

Auch Fehlerquellen lassen sich über die Auswertung entdecken. Bei einem Prozess, der beispielsweise ein zeitliches Limit überschritten hat, liegt vermutlich ein Problem vor. So ist vielleicht ein Teilnehmer nicht verfügbar oder der Zugriff auf eine notwendige Schnittstelle gesperrt.


Optimieren geht über studieren

Letztendlich müssen Prozesse also stets überdacht und überarbeitet werden. Hierfür sind Simulationsmöglichkeiten erforderlich. Bereits bei der Prozessplanung muss geprüft werden können, ob es so genannte Flaschenhälse (Prozessschritte die den Ablauf verlangsamen können) gibt oder der Prozess an bestimmten Stellen eskalieren kann. Ist beispielsweise kein Stellvertreter für einen wichtigen Prozessteilnehmer definiert, so kann der entsprechende Ablauf im Krankheits- oder Urlaubsfall nicht erfolgreich durchgeführt werden.


Mehr Geld durch weniger Arbeit

Die über die Jahre gewachsenen Arbeitsprozesse mit ihren unterschiedlichen Teilnehmern und Systemen, können durch den Einsatz von Softwaresystemen und Portalen organisiert und verbessert werden.

Durch die Anbindung bestehender Softwarelösungen, die Vernetzung von Datenquellen sowie die Planung und Steuerung von Prozessen, ergeben sich enorme Optimierungspotentiale: So lassen sich Qualität und Dauer der Arbeitsabläufe verbessern und eine revisionssichere Protokollierung umsetzen.

Nutzen Sie Ihre Prozesse. Sie bieten ein enormes Potential.

07/2006, Matthias Steinforth



Matthias Steinforth ist Geschäftsführer der kernpunkt GmbH und für den Bereich Marketing und Vertrieb zuständig. Zu den Kunden der kernpunkt GmbH gehören namhafte Unternehmen und öffentliche Auftraggeber wie Bayer, die Polizei NRW oder Vaillant.
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